Jung & pädophil – Kein Täter werden?!

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follow me.reports. Pädophilie – ein krasses (Tabu)Thema. In den Medien hört man den Begriff oft im Zusammenhang mit Fällen von Kindesmissbrauch oder so genannter “Kinderpornographie”. Grausame Fälle wie in Lügde, wo ein Mann über Jahre Kinder auf einem Campingplatz missbrauchte oder die Veröffentlichung der kontroversen Doku “Leaving Neverland” über Michael Jackson sorgten erst kürzlich für neuen Diskussionsstoff in einer Debatte, die – verständlicherweise – extrem emotional geführt wird. Pädophile, also Menschen, die sich sexuell zu Kindern im vorpubertären Alter hingezogen fühlen, werden zu Kinderschändern oder triebgesteuerten Monstern. Dabei werden die meisten sexuell motivierten Straftaten an Kindern gar nicht von Pädophilen begangen (Quelle: Mikado Studie).

Robin, der selbst Vater einer kleinen Tochter ist, möchte wissen: Was steckt wirklich hinter dem gesellschaftlichen Stigma? Und was sagen Pädophile selbst zu ihrer Neigung? Für die neue Folge “follow me.reports” trifft er deshalb den 19-jährigen Tobias (Name geändert) zum Interview – auch eure Fragen hat er wie immer mit dabei. Tobias ist pädophil. Seine Neigung ausgelebt und sich damit strafbar gemacht, hat er nach eigenen Angaben aber nicht. Fast zwei Jahre lang hat er an der Berliner Charité an einem Präventionsprogramm für jugendliche Pädophile teilgenommen, um seine Neigung zu kontrollieren. Zusammen mit Robin besucht er noch einmal seinen Therapeuten Umut Özdemir.

Seit seinem fünfzehnten Lebensjahr ist sich Tobias bewusst, dass er eine pädophile Neigung hat. Er gehört damit zu etwa 1% der männlichen Bevölkerung in Deutschland (Quelle: Mikado Studie). Obwohl es durchaus auch pädophile Frauen gibt, ist die Zahl vergleichsweise gering. Im Gespräch mit Herrn Özdemir wird Robin schnell bewusst: Nicht jeder pädophile Mensch wird zum Täter oder zur Täterin, viele sind sich der ethischen und moralischen Problematik ihrer Sexualität bewusst. Ihre sexuelle Neigung haben sich die Betroffenen nicht ausgesucht – In der Therapie sollen sie aber lernen, mit ihrer Neigung zu leben, ohne übergriffig zu werden. Das Ziel: Prävention und Verhaltenskontrolle. Das erfordere viel Kraft, sei aber möglich, wenn es bei sexuellen Fantasien bleibt, so Herr Özdemir. Tobias hat das Programm abgeschlossen. Eine lebenslange Garantie gibt es aber nicht. Wie sicher ist sich Tobias, dass er auch in Zukunft niemals eine Straftat begehen wird?

2023-12-23T09:48:36+01:00
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