Hilfsangebot für Angehörige
Die Konfrontation mit oder der Verdacht auf eine pädophile Neigung eines Angehörigen oder Partners ist oft eine schwere Situation, bei deren Bewältigung wir Sie unterstützen.
Unterstützungsangebot
Angehörige erfahren meist «zufällig» von der sexuellen Präferenz ihres Partners oder anderen Familienmitglieds
Oft stossen sie auf Bildmaterial im Computer oder finden Bildersammlungen an anderen Orten. Die möglichen Reaktionen auf diese Entdeckungen sind verständlich, z.B.:
- Angst vor den Folgen der Entdeckung für Familie und Partnerschaft.
- Furcht vor polizeilichen Ermittlungen, den Reaktionen der Bekannten und Nachbarn oder vor finanziellem Ruin.
- Sorge um die Sicherheit der eigenen Kinder.
- Sich verraten und betrogen fühlen, weil der geliebte Mensch noch ein «anderes Leben» geführt hat.
- Ekel und Abscheu vor den Bedürfnissen und Fantasien des Anderen.
- Wut auf den Partner, der «egoistisch» seine Interessen auf Kosten anderer verfolgt.
- Scham und Schuld, weil man meint, man hätte es früher merken müssen oder fürchtet, mitverantwortlich zu sein.
- Hin- und hergerissen sein, weil man nicht weiss, ob man sich an die Polizei wenden soll oder muss.
Wir ermutigen Angehörige dazu, das offene Gespräch mit dem Betroffenen zu suchen. Sie können auf diese Weise ein Problembewusstsein fördern und zum Aufsuchen professioneller Hilfe motivieren. Dieser Schritt ist von Bedeutung, da erst das direkte Gespräch eine zuverlässige Einschätzung der Lage und damit auch eine Beantwortung vieler der Fragen der Angehörigen erlaubt.
Fragen und Antworten
Die sexuelle Präferenz sind die individuellen sexuellen Vorlieben eines Menschen. Sie setzt sich zusammen aus:
- Dem Geschlecht des gewünschten Sexualpartners (weiblich, männlich oder beide)
- Dem körperlichen Entwicklungsstadium des gewünschten Sexualpartners (vorpubertär, frühpubertär oder erwachsen)
- Der Art des gewünschten sexuellen Kontaktes (sexuelle Praktiken)
Die Präferenz lässt sich am besten durch die Fantasien erschliessen, die ein Mensch kurz vor seinem Orgasmus hat (Beier & von Heyden, 2025, S. 20–21). Sie sagt daher auch nur bedingt etwas über das Verhalten des Menschen aus – die Fantasien müssen sich nicht in die Tat umsetzen. Sexuelle Präferenzen können unterschiedlich exklusiv ausgebildet sein. Das bedeutet, dass nicht bei allen Menschen nur genau ein Schema erregend wirken kann, sondern mehrere Präferenzen nebeneinander existieren können.
Vermutlich entwickelt sich die sexuelle Präferenz in der Pubertät anhand verschiedener Faktoren, wie Geschlechtshormone und andere biopsychosoziale Einflüsse. Wissenschaftlich ist die Entwicklung der Präferenz jedoch noch nicht geklärt.
Sexuelle Präferenz ist Schicksal und nicht Wahl. Niemand entscheidet sich aktiv für oder gegen seine Neigung.
Sexuelle Präferenz: drei Seiten, und wo sie sich zeigt
Drei Seiten der Präferenz
-
Geschlecht
- weiblich
- männlich
- beide
-
Körperliche Entwicklung
- vorpubertär Pädophilie
- frühpubertär Hebephilie
- erwachsen Teleiophilie
Manche fühlen sich nur von einem Bereich angesprochen (ausschliesslicher Typus), andere auch von Erwachsenen (nicht ausschliesslicher Typus).
-
Art des Kontakts
welche sexuellen Handlungen erregend wirken
Wo sie sich zeigt
- Fantasie
- zeigt die Präferenz am deutlichsten, vor allem bei der Selbstbefriedigung
- Verhalten
- muss der Präferenz nicht folgen
- Selbstbild
- wie man sich selbst sieht; für die Diagnose am wenigsten verlässlich
Die Präferenz sucht sich niemand aus. Für das eigene Verhalten ist man verantwortlich.
Quelle: nach Beier (2018, S. 4, 48) und Beier & von Heyden (2025, S. 20–21).
Pädophilie ist eine sexuelle Präferenz und bedeutet, dass man sich sexuell zu Kindern mit einem vorpubertären Körperschema hingezogen fühlt. Körperliche Merkmale sind beispielsweise fehlende Scham- und/ oder Achselbehaarung, kleine Genitalien, was meist auf Kinder bis ca. 11 Jahren zutrifft (Beier, 2018, S. 2, 5; WHO, 2026). Menschen mit einer hebephilen Neigung empfinden das jugendliche (pubertäre) Körperschema als sexuell ansprechend. In diesem Alter sind die Geschlechtsteile beispielsweise schon leicht entwickelt und Brustansätze erkennbar.
Wie bei jeder Präferenz ist auch bei der Pädo- und Hebephilie der Wunsch nach sexueller Lustbefriedigung nur ein Teil der Sexualität, denn auch der Beziehungsaspekt spielt eine zentrale Rolle. Für viele Betroffene ergibt sich ein Leidensdruck dadurch, dass die gewünschte Sexualität nicht ausgelebt werden kann.
Das liechtensteinische Strafgesetzbuch schützt Kinder unter 14 Jahren (im Gesetz: «Unmündige») besonders. Jede sexuelle Handlung mit ihnen ist strafbar, ebenso, sie zu sexuellen Handlungen zu verleiten (§§ 205 und 206 StGB). Strafbar ist auch, ein Kind sexuelle Handlungen miterleben zu lassen oder ein Treffen mit ihm anzubahnen, um eine solche Tat zu begehen (§§ 209 und 209a StGB). Jugendliche unter 16 und unter 18 Jahren schützen weitere Bestimmungen (§ 208 StGB).
Kinder gelten als nicht fähig, Situationen angemessen zu bewerten und die Konsequenzen ihres Handelns abzuschätzen. Sie sind Erwachsenen in dieser Hinsicht unterlegen und auf deren Schutz angewiesen. In sexuelle Handlungen mit Erwachsenen kann ein Kind nicht wirksam einwilligen.
Sexueller Missbrauch von Minderjährigen hat für die betroffenen Kinder sowohl physische als auch psychische traumatisierende Auswirkungen und wird in Liechtenstein strafrechtlich verfolgt und geahndet.
Pädophilie und Hebephilie, also die sexuelle Neigung zu präpubertären oder pubertären Kindern, sind nicht gleichzusetzen mit sexuellem Missbrauch. Jedoch besteht das Risiko, dass solche Neigungen zu Missbrauchshandlungen führen können, weshalb eine sorgfältige Verhaltenskontrolle unerlässlich ist.
Bei Männern, deren sexuelle Übergriffe auf Kinder bekannt geworden sind, meist durch ein Strafverfahren, finden Studien je nach Messmethode bei etwa 40 bis 50 Prozent eine pädophile oder hebephile Neigung (Kuhle et al., 2015, S. 111; Seto, 2018, S. 25–26). Für Männer, deren Übergriffe unentdeckt bleiben, gibt es dazu keine verlässlichen Zahlen.
Der in Presse und Justiz gängige Begriff «Kinderpornografie» ist nicht geeignet, um das zu kennzeichnen, was wir als Nutzung von Missbrauchsabbildungen bezeichnen, da die Aufnahmen Kinder bei sexuellen Handlungen zeigen, die nicht auf deren freiwillige Mitwirkung, sondern auf sexuelle Interessen von Erwachsenen zurückzuführen sind. Abbildungen sexuellen Kindesmissbrauchs, die einmal in Umlauf gebracht wurden, sind praktisch nicht mehr aus dem Internet zu entfernen. Somit ergibt sich für die betroffenen Kinder und Jugendlichen eine lebenslange Konfrontation mit dem durchlebten Missbrauch. Darüber hinaus erhöht die Nutzung die Nachfrage nach der Produktion von mehr Bildmaterial.
Herstellen, Verbreiten, Besitzen und der wissentliche Zugriff, etwa im Internet, sind strafbar (§ 219 StGB). Missbrauchsabbildungen schädigen die darin abgebildeten Kinder indirekt und dürfen deshalb nicht verharmlost werden.
Personen mit einer Pädophilie fühlen sich sexuell von Kindern mit einem vorpubertären Körper (z.B. keine Scham- und/oder Achselhaare, kleine Scheide, kleiner Penis, keine oder minimale Brustansätze) angesprochen, die im Allgemeinen nicht älter als 11 Jahre alt sind (Beier, 2018, S. 2, 5; WHO, 2026). Von den Betroffenen können Jungen- und/oder Mädchenkörper als sexuell erregend empfunden werden. Personen mit einer Hebephilie fühlen sich sexuell von Kindern angesprochen, deren körperliche Entwicklung bereits Merkmale der Pubertät aufweist (z.B. wenig Scham- und/oder Achselhaare, leicht entwickelte Scheide, leicht entwickelter Penis, entwickelte Brustansätze). Folgende Selbstbeobachtungen geben Anlass zur Vermutung, dass eine Pädophilie/Hebephilie vorliegt:
- Sexuelle Erregung beim Betrachten oder beim Kontakt zu vor- und/oder frühpubertären Kindern
- Sexuell erregende Fantasien, in denen vor- und/oder frühpubertären Kinder eine Rolle spielen
- Konsum von Missbrauchsabbildungen (juristisch: pornographische Darstellungen Minderjähriger)
- Sexuelle Handlungen vor oder mit Kindern
Es gibt Menschen, die unter ihrer Neigung sehr leiden. Mit Blick auf konkrete sexuelle Verhaltensweisen gelingt es einem Teil der betroffenen Personen, ihre sexuellen Impulse lebenslang auf der Fantasieebene zu belassen. Daher sind die Begriffe Pädophilie und Hebephilie nicht mit sexuellem Kindesmissbrauch oder sexueller Ausbeutung durch den Konsum von Missbrauchsabbildungen gleichzusetzen. Die Neigung erhöht aber das Risiko für Übergriffe und für die Nutzung von Missbrauchsabbildungen; deshalb ist frühe Hilfe wichtig (Beier et al., 2024).
Als Ursachen für die Pädophilie oder Hebephilie werden in der Sexualwissenschaft verschiedene Faktoren diskutiert (z.B. Entwicklungsauffälligkeiten des Gehirns; hormonelle und Neurotransmitterauffälligkeiten; frühe Bindungs- und Beziehungsstörungen; eigene sexuelle Missbrauchserfahrungen) (Seto, 2008; Tenbergen et al., 2015). Die Untersuchungen zu den genannten möglichen Ursachen erklären das Phänomen jedoch bisher allenfalls in Teilaspekten. Insgesamt herrscht über die Entwicklung und den Verlauf einer pädophilen oder hebephilen Erregbarkeit noch kein klares Bild und es besteht weiterer Forschungsbedarf.
Nein. Es kann zwischen Personen, die durch vor- und/oder frühpubertäre Kinder erregbar sind und einen sexuellen Kindesmissbrauch begehen, und Personen, die durch Erwachsene erregbar sind und einen sexuellen Kindesmissbrauch begehen, unterschieden werden (Beier, 1998; Seto, 2008). Letztere sind nicht durch ihre sexuelle Erregbarkeit durch Kinder motiviert; für sie ist die Tat eine Ersatzhandlung, etwa bei sexueller Unerfahrenheit, dissozialer Lebensführung oder einer Intelligenzminderung (Beier, 1995, S. 79–80; Beier, 1998).
Inwiefern der Konsum von Missbrauchsabbildungen (juristisch: pornographische Darstellungen Minderjähriger) den Wunsch nach Realisierung eines sexuellen Kontaktes mit einem Kind verstärkt, kann nach gegenwärtigem Stand der Forschung nicht abschliessend beurteilt werden (vgl. Dombert et al., 2016; Seto et al., 2011). Da aber bereits der Konsum strafbar ist und den Missbrauch der abgebildeten Kinder fortsetzt, ist der Verzicht auf den Konsum von Missbrauchsabbildungen ebenso Ziel der therapeutischen Bemühungen im Netzwerk «Kein Täter werden».
Die Diagnose Pädophilie bzw. Hebephilie kann nach einem gründlichen klinischen Interview gestellt werden, in welchem eine Vielzahl von Informationen zum sexuellen Erleben und Verhalten erfragt werden. Ergänzt werden die hierbei gesammelten Informationen z. B. durch zusätzliche Fragebögen und Testverfahren (Psychodiagnostik).
Fragebögen und Tests stellen jedoch nur zusätzliche Verfahren dar und können ein diagnostisches Gespräch nicht ersetzen. Ohne ein klinisches Interview kann keine zuverlässige Diagnose gestellt werden.
Die Kriterien, die für eine Diagnose Pädophilie erfüllt sein müssen, sind in den international anerkannten diagnostischen Leitlinien festgelegt (WHO, 2026). Das wichtigste Kriterium ist hierbei die sexuelle Erregbarkeit einer erwachsenen Person durch vor- und/oder frühpubertäre Kinder.
Die Diagnose stellen Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, die in der Sexualmedizin besonders erfahren sind.
Die Therapie erfolgt unter Schweigepflicht. Für Menschen mit Wohnsitz in Liechtenstein ist sie kostenlos. Was für Menschen mit anderem Wohnsitz gilt, steht unter Kontakt.
Im Verlauf der Therapie lernen die Teilnehmenden
- sexuelle Übergriffe und die Nutzung von Missbrauchsabbildungen (juristisch: pornographische Darstellungen Minderjähriger) zu verhindern
- ihre sexuelle Präferenz zu akzeptieren und in ihr Selbstbild zu integrieren
- Beziehungen und Kontakte zu anderen Menschen zu stärken
- mit Scham, Angst und Niedergeschlagenheit umzugehen
- ihre sexuellen Wünsche und Bedürfnisse angemessen wahrzunehmen und zu bewerten
- fremdgefährdende Entwicklungen zu identifizieren und zu bewältigen
Angehörige können auf Wunsch einbezogen werden. Die Behandlung folgt einem strukturierten Therapieplan, berücksichtigt aber die individuellen Bedürfnisse und erfolgt in Absprache mit den Teilnehmenden. Sie integriert psychotherapeutische, sexualwissenschaftliche, medizinische und psychologische Ansätze sowie die Möglichkeit einer zusätzlichen medikamentösen Unterstützung. Medikamente nur, wenn Sie es möchten; Sie entscheiden das gemeinsam mit den Behandelnden. Wie oft und wie lange die Therapie stattfindet, steht unter «Wie lange dauert die Therapie?».
Erfolgreiche Therapien kommen vor allem dann zu Stande, wenn Therapeuten und Teilnehmer gleichermassen ihre unterschiedlichen Aufgaben während einer Therapie wahrnehmen.
Seitens der Teilnehmer beeinflussen Offenheit, das Einbringen relevanter Probleme, regelmässige Mitarbeit und das Treffen von Entscheidungen das Therapieziel massgeblich. Entscheidend ist die eigene Motivation, keine sexuellen Übergriffe auf Kinder zu begehen und keine Missbrauchsabbildungen zu konsumieren.
Auf Seite der Therapeutinnen und Therapeuten wird dies durch ihre Qualifikation in der Diagnostik und Therapie sexueller Störungen sowie regelmässige Supervision unterstützt.
Wie lange die ambulante Therapie dauert, richtet sich nach dem Einzelfall; meist dauert sie mindestens ein Jahr. Die Sitzungen finden in der Regel wöchentlich statt, in Einzelgesprächen und je nach Bedarf unter Einbeziehung Angehöriger.
Ziel der Behandlung ist, dass es nicht zu sexuellen Übergriffen und nicht zur Nutzung von Missbrauchsabbildungen (juristisch: pornographische Darstellungen Minderjähriger) kommt. Dazu gehört, die eigene Neigung anzunehmen und mit ihr zufrieden zu leben. Die Teilnehmenden lernen Strategien, um diesen Bereich ihres Lebens zu bewältigen und insbesondere sexuelle Impulse gegenüber Kindern zu kontrollieren.
Die therapeutische Konzentration richtet sich deshalb auf das Erlernen und Trainieren von Kompetenzen zum sicheren, nicht fremd- und selbstgefährdenden Umgang mit den eigenen sexuellen Impulsen, gegebenenfalls auch mit medikamentöser Unterstützung zur Dämpfung des sexuellen Verlangens.
Somit wird der Schutz von Kindern durch die Verhinderung von sexuellem Kindesmissbrauch und der Nutzung von Missbrauchsabbildungen über die Etablierung bzw. Optimierung einer sexuellen Verhaltenskontrolle angestrebt.
Ja. Die Behandelnden unterstehen dem Berufsgeheimnis; wer es verletzt, macht sich strafbar.
Die Schweigepflicht ist eine Grundlage der Prävention: Nur so erreicht die Therapie auch Menschen, die der Justiz nicht bekannt sind, und kann weitere Übergriffe verhindern.
Ist ein Kind gefährdet, gibt es gesetzliche Ausnahmen, über die wir offen sprechen. Ist die Person selbst in akuter Gefahr, steht ihre Sicherheit an erster Stelle.
Ziel der Therapie ist, dass es nicht zu sexuellen Übergriffen auf Kinder und nicht zur Nutzung von Missbrauchsabbildungen kommt. Ausserdem soll es den Menschen in Behandlung psychisch besser gehen. Von einem Erfolg kann man sprechen, wenn das gelingt und auf die Therapie zurückgeht.
Was die Forschung bisher zeigt:
- Bei Menschen, die bereits Sexualstraftaten begangen hatten, geht eine spezialisierte Behandlung mit weniger erneuten Sexualstraftaten einher, im Mittel um etwa ein Drittel (Gannon et al., 2019). Ob das auch für Menschen gilt, die sich freiwillig und ohne Verfahren melden, ist noch nicht belegt.
- In Studien des Netzwerks in Deutschland gingen Risikofaktoren während der Therapie nachweislich zurück, etwa Einstellungen, die Missbrauch begünstigen, und Schwierigkeiten, sich selbst zu steuern (Beier et al., 2015; Engel et al., 2018). Die Studien sind klein und hatten keine zufällig zugeteilte Vergleichsgruppe. Eine Nachauswertung fand keinen gesicherten Unterschied zu einer Wartegruppe (Mokros & Banse, 2019).
- In einer Nachbefragung früherer Teilnehmer in Berlin hielt ein Teil der Verbesserungen an. Von 26 Männern, die vor der Therapie Übergriffe begangen hatten, berichteten 2 von erneuten Übergriffen. Missbrauchsabbildungen nutzten die meisten früheren Nutzer erneut, oft seltener und weniger schwere Inhalte (Beier et al., 2024).
- Erste Studien mit zufälliger Zuteilung bei Hilfesuchenden, vor allem aus Schweden, zeigen kurzfristige Effekte auf sexuelle Impulse und Risikowerte (Landgren et al., 2020; McMahan et al., 2026).
Ob die Therapie Taten verhindert, wird derzeit wissenschaftlich geprüft. In Deutschland wird das Angebot unabhängig evaluiert; die Bundesregierung schrieb 2025, erste Zwischenergebnisse deuteten auf positive Effekte hin, reichten für eine fundierte Beurteilung aber noch nicht aus (Deutscher Bundestag, 2025, S. 167).
Nachsorgegruppen können helfen, Erreichtes zu halten. Ohne weitere Begleitung können Verbesserungen nachlassen (Beier et al., 2024).
Die Therapie soll sexuelle Übergriffe auf Kinder und die Nutzung von Missbrauchsabbildungen (juristisch: pornographische Darstellungen Minderjähriger) verhindern. Sie setzt an, bevor Kinder geschädigt werden, und soll wiederholten Missbrauch verhindern. Risikofaktoren gehen während der Therapie nachweislich zurück (Beier et al., 2015; Beier et al., 2024); ob die Therapie Taten verhindert, wird derzeit wissenschaftlich geprüft.
Kontakt
Angehörige und Nahestehende von Personen mit sexuellem Interesse an Kindern, die in Liechtenstein leben, erhalten von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich Hilfestellung.
Häufig gestellte Fragen
Wie findet die Kontaktaufnahme statt?
- Sie haben die Möglichkeit, sich zu den angegebenen Zeiten telefonisch oder via E-Mail (praevention@pukzh.ch) mit uns in Verbindung zu setzen.
Was sind die ersten Schritte?
- Sie können uns anonym ihr Anliegen schildern. Weitere Schritte werden individuell besprochen und i.d.R wird ein erstes persönliches Gespräch vereinbart.
Bürger des Fürstentums Liechtenstein
- Das Angebot wird durch das Amt für Soziale Dienste des Fürstentums Liechtenstein finanziert und ist daher für dessen Einwohnerinnen und Einwohner kostenfrei.
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Kontakt
E-Mail: praevention@pukzh.ch
Telefon: +41 (0) 58 384 39 15
Telefonische Anmeldung/Beratung:
Montag: 12–14 Uhr
Donnerstag: 15-17 Uhr